Kurse & vorgeschlagener Tagesplan – Courses and our suggested daily schedule

In Deutschland hatte ich noch die Befürchtung, dass ich womöglich keinerlei passende Kurse an der CQUPT finden werde, die auf Englisch angeboten werden und interessant für mich sind. Aus diesem Grund habe ich mich auch von Anfang an dafür entschied alle meine benötigten Kurse noch an der FAU zu belegen und erst im 4. Semester meines IIS Masters ins Ausland zu gehen.  Die Informationslage war ziemlich schlecht, da z.B. die englischsprachige Website der CQUPT monatelang nicht erreichbar war und auch jetzt mal wieder nicht ist. Frau Mohr vom International Office der Technischen Fakultät der FAU war  immer eine sehr große Hilfe, hatte aber auch nicht viel mehr Informationen.

Nach einer Weile sendete mir Wen Jin eine Mail mit einer Kursliste, die sich sehen lassen konnte und auch jetzt vor Ort ist das Angebot besser als erwartet. Das liegt hauptsächlich daran, dass die CQUPT zwei komplett Masterprogramme auf Englisch anbietet. Eines an der „School of Management and Technology“, welches auch so benannt wird (die „Technology“ kommt anscheinend aber ein bisschen kurz). Außerdem gibt es noch ein technischeres Angebot an der „School of Communication and Information Systems“. Der Communications Master hat in diesem Semester eine hauptsächlich aus Blockkursen aufgebaute Struktur und der Kurs, den ich mir mal anschauen wollte, beginnt zu einem bisher noch unbekannten Datum – vielleicht ist er auch erst nächstes Semester.

Meine Kurswahl

Von der obigen Liste habe ich mir einige Kurse angeschaut, um mich zu entscheiden, was ich tatsächlich belegen möchte. Mir haben alle Kurse ganz gut gefallen, auch wenn das Niveau, vor allem auf Grund der sprachlichen Barrieren auf Seiten der Lehrenden, stark unterschiedlich ist. Letztendlich habe ich besuche ich die folgenden Kurse:

  • Chinesisch: belege ich auf jeden Fall, auch wenn der Kurs wieder bei den Basics anfängt. Ich habe bemerkt, dass meine Aussprache eine Katastrophe ist und hier üben wir viel in der Richtung. Bringt mich also in der Richtung weiter.
  • E-Commerce Theory and Application: In diesem Kurs schauen wir uns verschiedene E-Commerce Theorien an und sprechen viel über die chinesischen Strukturen. Am Ende des Kurses besteht unsere Prüfungsleistung darin einen Businessplan für eine E-Commerce Idee zu formulieren. Vieles vom theoretischen Inhalt kenne ich schon, aber das Besprechen der Beispiele ist sehr spannend. Alibaba, Taobao, JingDong und wie sie alle heißen haben ein noch viel größeres Umsatzvolumen als z.B. Amazon aufzuweisen. Ich werde noch ein bisschen mehr recherchieren und diskutieren, einen Artikel zum chinesischen E-Commerce Markt schreiben, Feedback von meiner Lehrerin einholen und diesen dann posten. Das Thema ist heiß hier. 😉
  • Negotiation Analysis (Verhandlungs Analyse): Der Kurs ist wirklich sehr spannend und wir diskutieren viel. Prof. Huang hat seinen Doktor an der ETH Zürich, Schweiz gemacht und dort auch 10 Jahre gelehrt. Entsprechend ist seine Lehre qualitativ sehr gut und ich kann viel mitnehmen. Der Kurs schließt mit einer Klausur ab und ich werde mir diesen in Deutschland als 5 ECTS Kurs anrechnen lassen können, wenn ich möchte.

Wie ihr seht, beschränke ich mich auf wenige Kurse. Ich habe mich dazu entschieden, weil ich die Zeit hier nun hauptsächlich dazu nutzen möchte mein Chinesisch auf ein möglichst hohes Level zu heben. Zum „Projekt HSK 4“ gibt es die Tage eine genauere Erklärung.

Einige der Kurse schienen mich nicht wirklich weiter zu bringen. Die Qualität der Lehre ist im Allgemeinen schon in Ordnung, allerdings sprechen die Lehrenden meist eher stockend Englisch (Prof. Huang spricht perfekt!) und halten sich ziemlich stark an das Lehrbuch. Durch diese Umstände sind richtig gute Diskussionen nicht in allen Fächern möglich und darum habe ich die ausgewählt, die mich wirklich voran bringen.

Die Gruppe der Management Studenten ist übrigens sehr klein. Ich studiere nur mit ca. 12 anderen Leuten zusammen, die ich alle sehr gerne mag. Morgen mache ich ein Bild in der Vorlesung und reiche es hier nache.

Anwesenheitspflicht ist Pflicht

Ein Aspekt, den ich so nicht aus Deutschland kannte, ist die strenge Anwesenheitspflicht. In manchen Fächern macht die Anwesenheit bis zu 50% der Abschlussnote aus und schon einmaliges Fehlen führt zu einem Abzug. Die Dozenten haben keine Wahl, sondern werden dazu anghalten Anwesenheitslisten zu führen und müssen diese auch vorlegen. Wer mich kennt weiß, dass ich in Deutschland in der Regel kaum eine Veranstaltung verpasse und wenn, dann nur aus gutem Grund. Es macht schließlich Spaß sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen und gemeinsam mit Freunden nach der Vorlesung einen Kaffee zu trinken.

Obwohl ich also wirklich gerne am Unterricht teilnehme, verspüre ich hier eine Abneigung gegen diesen Zwang zur Anwesenheit. Mir war bisher gar nicht so sehr bewusst, dass sich mein Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmtheit so konkret bemerkbar machen kann. Ich kann manche Regeln hier gut vermeiden, weil ich in der luxuriösen Situation bin nichts wirklich zu „müssen“. Auch die anderen internationalen Studenten haben ein bisschen mehr Freiheit, aber die chinesischen Studenten müssen strengen Vorgaben durchaus folgen.

Vorgeschlagener Tagesplan

Um Euch einen Eindruck von der Taktung, die hier vorgeschlagen wird zu geben, hier der „ Tagesplan“, der uns internationalen Studenten in unserem Informationsheft vorgeschlagen wird.

Chinesische Studenten haben auch noch festgelegte Lesestunden in denen sie sich in einem bestimmten Raum einfinden müssen, um dort bestimmte Inhalte zu wiederholen. Meine Freundin Sunny muss z.B. immer von 7:30 – 7:50 Uhr morgens dorthin gehen – auch, wenn sie erst am Nachmittag richtig Vorlesung hat. Ein wenig Eigenverantwortung an der Universität zu vermitteln, wäre vielleicht gar keine schlechte Idee.

Meine Entscheidung alle nötigen Kurse für meinen Masterabschluss schon in Deutschland abzulegen war richtig. Jetzt kann ich die Zeit hier richtig genießen und bin überhaupt nicht genervt oder frustriert, weil irgendwas nicht funktioniert oder nicht in mein Curriculum passt. Ich mache was mir gefällt und versuche vor allem kulturell verschiedene Facetten zu erkunden und mich mit anderen auszutauschen.

 

======English======

Back in Germany I was a little worried that I might not find any appropriate courses that are offered in English at CQUPT. For that reason I finished all of my courses of my master studies back home at FAU and went abroad in my 4th semester. The information flow between CQUPT and FAU was rather difficult, because the English website of the school was down for quite a while (I just checked: it still is…). Mrs Mohr of the International Office of the Technical Faculty of FAU supported me in every possible way, but also did not have good access to information.

After a while Wen Jin, my CQUPT coordinator, sent me a list of courses that was way better than expected. The reason for this is that CQUPT offers two master programs which are fully taught in English. One from the school of Management and Technology (technology does not seem to be a big part of this at all…) and another one from the school of Communication and Information Systems. The Communications Masters’ curriculum is mostly built up by intensive courses that are condensed to 2 weeks or so. The one I wanted to check out has not started yet and the dates are not fixed – so it might not even take place this semester.

My course choice

The list above shows all the courses I was able to choose from. I looked at several of the courses and liked most of them. The quality of teaching differs quite significantly. This is mostly caused by very different levels of English proficiency. Eventually I decided to participate in the following courses:

  • Chinese: this is a basic Chinese course, but I do it anyway, because I noticed that my Chinese pronunciation is really, really bad. We practice that a lot, so this course takes me into the right direction.
  • E-Commerce Theory and Application: this course is looking at E-commerce theory and we talk a lot about the actual structures present in China right now. In the end of the course we will write a business plan for an E-Commerce business. I know a lot of the theory already, but the examples we discuss in class are very interesting. Alibaba, Taobao, JingDong and such businesses come up with revenues that are way higher than the one of e.g. Amazon. I will collect more information, do some research, write an article and try to get feedback from my teacher on it to confirm the information. I will post this report as soon as I am done. E-Commerce is on fire in China!
  • Negotiation Analysis: This course is very exciting and we discuss a lot of interesting topics in class. Prof. Huang got his PhD from ETH Zurich, Switzerland and taught for about 10 years there. His teaching is of a very high quality and I feel like I learn a lot. The course finishes off with an exam and I can use these credits in Germany if I want to.

As you might have noticed I do not take a lot of classes. I decided to do this, because I my main focus lies on reach a decent proficiency in Chinese while I am here. The “project HSK 4” will be introduced in another article in the next couple of days.

Some of the courses just did not seem to bring me forward. The quality of teaching is in general quite ok, but if the English of the lecturer lacks it is very difficult to have meaningful discussions (Prof. Huang is an exception). That’s why I chose only those courses that really help me.

My class is very small by the way. There are only about 12 people in our year and I really like my class mates. I will take a picture in class tomorrow and post it later on.

Strict attendance rules

One thing I have never experienced during my studies in Europe (Bayreuth, Nuremberg and Leuven, Belgium) is the strict focus on attendance. Each course has an attendance requirement and in some courses the attendance makes up 50% of the final grade and missing only once already leads to a minus. Whoever knows me and my way to study, is well aware that I really like going to lectures and usually do not miss any chance to go and discuss with lecturers and classmates. If I miss a class, I have a good reason for this. I think it is a lot of fun to go and participate in discussions and to enjoy a coffee with friends afterwards.

So even though I really enjoy going to classes I feel a little repulsion coming up as soon as I think about the strict attendance rules here. Until now I was not aware that my wish to be free and self-determined when it comes to my studies and work can express itself so strongly. I can avoid most of the rules here, because I am in the luxurious situation that I do not have to deliver anything here. I feel like the other internationals also have a little more freedom, but the Chinese students have to follow most of the strict regulations.

Suggested daily schedule

To get an impression of the daily schedule that is suggested to us you can check out the last picture above.

Chinese students have even more fixed rules, e.g. they have to attend reading hours. My friend Sunny has to attend the reading hour of the school of foreign languages from 7:30 – 7:50 every morning – even, if she does not have any morning classes. It might not be a bad idea to let students at university develop a little sense of self-responsibility.

My decision to finish up all my necessary courses back home in Germany was right. I can fully enjoy my time here without being frustrated or annoyed, because some things do not work out or do not fit into my curriculum. I do whatever I like and put a focus on exploring Chinese culture and exchanging ideas with others.

 

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